Geschichte

Nach Erzählungen von Friedrich Simon.

Bevor im Jahr 1968 in Mollram der erste Mostheurige von Friedrich und Anna Simon eröffnet wurde, gab es schon mehrere Weinheurigen in der kleinen Ortschaft. Im Mai 1968 war es dann endlich soweit und Mollram hatte am Hof der Familie Simon seinen ersten Mostheurigen. Friedrich und Anna bewirtschafteten bereits einen kleinen Obstgarten und besaßen auch eine kleine Mostpresse. Die Getränkeauswahl bestand aus einem Krügerl Most und Süßmost. Auch die Speisenauswahl war, für heutige Verhältnisse, sehr überschaubar. Da der Mostheurigen damals noch kein Gewerbebetrieb war durften nur kalte Speisen angeboten werden. 90 Prozent der verkauften Speisen waren Selchwürstel. Außerdem standen noch Geselchtes, Gebratenes, Brotaufstriche, Schmalzbrote, Grammeln, Blunzen und eine Presswurst zur Auswahl. Am Freitag der ersten Maiwoche 1968 wurde der Mostheurigen zum ersten Mal „ausg´steckt“ und blieb so lange offen, bis alle Getränke- und Speisenvorräte aufgebraucht waren.  Diese Vorräte reichten meist für eine Woche. Der Heurigen war von Beginn an sehr gut besucht, daher beschlossen Friedrich und Anna auch im nächsten Jahr wieder im Mai ihren Mostheurigen „auszustecken“.

 

Bei Schönwetter fanden die Gäste im Hof des Hauses genügend Platz und auch die Scheune wurde für den Heurigenbetrieb genutzt. Auch im „Ausnahm´stöckl“ und in der Garage wurden Gäste untergebracht. Die Speisen wurden in der Hausküche der Familie Simon zubereitet. Eine eigene Heurigenküche gab es nicht. Die Schank befand sich im Freien und bei Schlechtwetter in der Garage. Freunde, Verwandte und Bekannte arbeiteten in der Küche und in der Waschküche. Mehrere Kellnerinnen sorgten sich um das Wohl der Gäste. Einige Schankburschen waren den ganzen Tag damit beschäftigt, den Most mit emaillierten Gießkannen aus dem Keller zu holen. Direkt aus diesen Gießkannen wurde dann der Most in die Gläser der Gäste gefüllt. Dafür wurde ein langer Tisch aufgestellt, die Gläser nebeneinander aufgereiht und mit Hilfe der Gießkanne ein Glas nach dem anderen mit Most befüllt.

Während der ersten Jahre gab es immer nur einen Mostheurigentermin im Jahr. Der Heurigen begann dabei immer am ersten Maiwochenende. Im Laufe der Jahre wurde der vordere Stall des Betriebes (heutiges Nichtraucherstüberl) auch zu einem Heurigenraum ausgebaut. Die etwa 20 Rinder wurden in einen anderen Stall übersiedelt.

 

Die Schlachtung der Schweine wurde händisch im Freien durchgeführt. Zwei Mal wurde vor jedem Heurigen immer samstags abgestochen. Herr Hackenberg aus Mollram  war gelernter Fleischhauer und arbeitete von Beginn an für sehr viele Jahre bei jeder Schlachtung mit. Wie auch heute gab es schon damals eine Beschaupflicht eines Tierarztes vor und nach jeder Schlachtung.

 

 Im Oktober und manchmal auch noch im November wurde der Most für den nächsten Heurigen im Mai gepresst und in Holzfässern gelagert. Gepresst wurden immer Äpfel und Birnen zu einem Apfel-Birnen-Mischmost. Abgezogen und filtriert wurde der Most damals noch nicht, daher konnte dieser nur bis zum Mai ausgeschenkt werden. Im Sommer wäre der Most nicht mehr genießbar gewesen.

 

Bis zum Jahr 1989 waren der Heurigen und die Landwirtschaft im Besitz von Friedrich und Anna. Im Mai 1989 wurde der Betrieb an Johann und Johanna übergeben. Seit 1996 wird der Heurigenbetrieb gewerblich geführt. Bis heute werden der Heurigen und die Landwirtschaft von Johann und Johanna betrieben. Die nächste Generation wartet schon auf die Betriebsübernahme, um den Heurigen und die Landwirtschaft auch in Zukunft erfolgreich, mit viel Freude und noch mehr Ideen weiterzuführen.